Wann besteht die Indikation zum Gelenkersatz?

Die Indikation zum Gelenkersatz besteht dann, wenn eine klinisch und radiologisch relevante Arthrose eines Gelenkes vorliegt, die den Patienten in seiner Lebensqualität einschränkt und durch nichtoperative Maßnahmen nicht mehr erfolgreich behandelt werden kann. 

  • Symptome einer Arthrose

    • Versteifung des Gelenkes
    • Schnellere Ermüdung
    • Belastungsabhängiger Gelenkschmerz
    • Später auch in Ruheschmerzen
    • Gelenkerguss (entzündliche Schwellung)
    • Deformation des Gelenkes nach Knorpelverlust
    • Zunehmende Reibegeräusche bei der Bewegung
  • Einteilung der Arthrose

    • Primäre Arthrose: 
      Unklare Ursache der Arthrose, oder erbliche Ursache, die zur geringeren Belastbarkeit der Knorpelgewebe führen können.
    • Sekundäre Arthrose:
      Ursache der Arthrose ist bekannt: Das können Überlastung, Fehlstellung, Entzündung oder ein Unfall (Trauma) sein.
  • Die Therapiepyramide bei Arthrose: Die Maßnahmen in der Basis sind für alle Patienten richtig und gültig, je weiter nach oben man in der Pyramide gelangt, umso selektiver kommen die genannten Verfahren zur Anwendung.
  • Stufe 1: Verhaltensanpassung und Physiotherapie

    Neben den individuellen Verhaltensanpassungen bei Arthrose wie etwas Gewichtsreduktion, entlastende Trainigsumstellung, Aufnahme gelenkschonender Sportarten, Verzicht auf Alkohol und Nikotin, sowie ausgewogener Ernährung ist vor allem Physiotherapie geeignet, um den Verlauf einer Arthrose positiv zu beeinflussen.

    Stufe 2: Medikamentöse Therapien zur Schmerz - und Entzündungshemmung

    Bei stärkeren Beschwerden ist die Behandlung mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) erforderlich. (Kombiniert mit Magenschutz, da diese Art von Medikamenten nicht magenfreundlich sind). Für die gewünschte Wirkung müssen die Tabletten regelmäßig und nach Verordnung des Arztes eingenommen werden - nicht nur wenn die Gelenkschmerzen wieder auftreten.

    Stufe 3: Gelenkerhaltende operative Therapie

    Eine rechtzeitig nach dem ersten Auftreten chronischer Gelenkbeschwerden vorgenommene operative Sanierung kann in vielen Fällen die Arthrose stark verlangsamen oder ganz stoppen.

    Stufe 4 Endoprothetische Versorgung

    Nehmen die Beschwerden weiter zu, oder ist die Arthrose zu weit fortgeschritten, kann nur noch ein Einsetzen eines künstlichen Gelenkes die Beweglichkeit des Gelenkes erhalten.