Datum: 11.12.2019
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Vor der Operation

Im Rahmen der Endoprothesensprechstunde von Dr. med. Andreas Ewert (Mittwoch von 11.00 - 14.00 Uhr) und Marcus Heel (Freitag von 10.00 - 13. 00 Uhr), erfolgt nach Terminvereinbarung eine ausführliche Voruntersuchung und Beratung. Bringen Sie bitte hierzu vorhandene Röntgenuntersuchungen und Befunde mit. 

  • Hierbei wird eine ausführliche Anamnese (Erhebung der bisherigen Krankengeschichte) und Untersuchung durchgeführt, klinische und radiologische Befunde noch einmal bewertet und mit dem Patienten besprochen. Anhand dieser Untersuchungsergebnisse wird auch festgelegt, ob eine Indikation zum Gelenkersatz besteht und welche Prothesenart verwendet werden soll.

    Wenn sie sich bereits für einen Gelenkersatz entschieden haben, kann ein Operationstermin vereinbart werden.

    Um das Operationsergebnis zu optimieren und das Risiko für den Patienten zu minimieren, ist bei Endoprothesenimplantationen eine besonders sorgfältige Planung erforderlich. 

    Hierzu gehört insbesondere auch das Erfragen und Bewerten von Begleiterkrankungen und Medikamenten des Patienten. Es wird dann festgelegt, ob z. B. blutverdünnende Medikamente oder Medikamente die die Körperabwehr beeinflussen zur Operation fortgeführt werden oder vorübergehend abgesetzt werden. 

    Es wird ein Nasenabstrich zur Bestimmung der Hautkeime durchgeführt. Befinden sich bestimmte Keime auf der Haut des Patienten, ist eine Vorbehandlung erforderlich, um des Infektrisiko zu senken. Hierüber werden Patient und einweisender Arzt informiert. 

    Eventuell noch fehlende Röntgenaufnahmen werden angefertigt. Anhand des klinischen und radiologischen Befundes wird festgelegt welche Prothesenkomponenten eingebaut werden sollen und ob Spezialkomponenten (z. B. hypoallergene Prothesen bei Metallallergie) erforderlich sind. 

  • Am selben Tag erfolgt auch noch die Vorstellung beim Sozialberatungszentrum, um die Rehabilitation nach der Entlassung aus der stationären Behandlung zu planen.

    Ebenfalls erhalten Sie bei diesem Termin Informationsmaterial zur Operation und Narkose von uns. 

    Beachten Sie bitte, dass Sie für den Besuch der EPZ-Sprechstunde in der Klinik einen Einweisungsschein Ihres behandelnden Arztes benötigen.

    Kurz vor dem geplanten Operationstermin erfolgt die sogenannte "Prämedikation". Hier wird der klinische und radiologische Befund noch einmal überprüft, die Haut- und Weichteilsituation kontrolliert, eine Blutentnahme und die Operations- und Narkoseaufklärung durchgeführt. Ebenfalls erfolgt eine Gangschulung an Unterarmgehstützen durch einen Physiotherapeuten. 

    Die Prämedikation kann stationär oder ambulant einen Tag vor der Operation stattfinden. Zur Prämedikation können Sie normal essen.

    Jede Prothesenimplantation wird vorab an einem standardisierten Röntgenbild geplant. Dabei werden Prothesentyp, Prothesengröße und Inlaygröße bestimmt, sodass das Kunstgelenk nachher dem natürlichen Gelenk so nah wie möglich kommt. Es wird außerdem geplant, ob zementfrei oder zementiert implantiert werden soll, wobei diese Entscheidung intraoperativ immer noch geändert werden kann, wenn die Knochenqualität nicht den operativen Erwartungen entspricht. 

Was nehme ich ins Krankenhaus mit?

  • Prämedikation

    • Aktuelle Arztberichte
    • Röntgen-, MRT-/CT-Aufnahmen
    • Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen
    • Herzschrittmacher-Ausweis
    • Impfausweis, Marcumar-Pass, Allergie-Pass
    • Krankenversicherungskarte 
    • Die Krankenhauseinweisung des Arztes
    • Sollten Sie bereits Unterarmgehstützen zu Hause haben, bringen Sie diese bitte mit (Einstellen der Unterarmgehstützen und Gangschulung durch Physiotherapie) 
  • Stationäre Aufnahme

    • Krankenversicherungskarte, ggf. Zusatzversicherungsnachweise
    • Befreiungskarte, wenn vorhanden
    • Bei Privatversicherung die Klinikcard
    • Personalausweis
    • Rentenversicherungsnummer und Rentenversicherungsträger (BfA/ LVA wichtig, wenn für die folgende Reha oder Anschlussheilbehandlung)
  • Persönliche Dinge

    • Schlafanzug, Nachthemd, Bademantel
    • Unterwäsche, Socken
    • Eigene Medikamente (falls dies beim OP-Vorbereitungsgespräch besprochen)
    • Weite, bequeme Kleidung (weitere Fußeinstieg bei Knie-TEP)
    • Feste Schuhe mit rutschfester Sohle, gut sitzende, rutschfeste Hausschuhe
    • Persönliche Körperpflege- und Hygieneartikel, Handtücher
    • Etwas Bargeld
    • Telefonnummern von Personen die in Ihrem Umfeld wichtig sind
    • Sollten Sie bereits Unterarmgehstützen zu Hause haben, bringen Sie diese bitte mit

Persönliche Vorbereitung

  • Was können Sie persönlich für in Vorbereitung auf die Operation tun?

    Bewegung ist die beste Vorbereitung vor einem Gelenkersatz. Durch die regelmäßige Bewegung kräftigen Sie ihre Muskulatur und Verbessern ihren Allgemeinzustand. Eine kräftige Muskulatur hilft für das künstliche Gelenk eine stabile Umgebung zu schaffen. Besonders geeignet sind Gymnastik, Schwimmen, Wassergymnastik, Radfahren aber auch Spaziergänge können zu einem Muskelaufbau beitragen.

    Falls Sie unter Übergewicht leiden, versuchen Sie Ihr Gewicht im Vorfeld der Operation zu reduzieren. Zu viel Gewicht ist schon für ein gesundes Gelenk belastend, für ein erkranktes Gelenk ist es eine noch höhere Belastung. Ihr Hausarzt berät Sie diesbezüglich gerne.

    Sollten Sie starker Raucher sein bedenken Sie bitte, dass die Schadstoffe in Zigaretten den Heilungsprozess behindern. Versuchen Sie deshalb in Vorfeld der Operation und während Ihres stationären Aufenthaltes auf das Rauchen zu verzichten. Auch hierzu kann Ihnen Ihr Hausarzt geeignete Hilfsmittel (Pflaster, Akupunktur usw.) zur Unterstützung nennen.

    Sprechen Sie mit ihrem Hausarzt über Vorerkrankungen und lassen Sie dies behandeln. 

    Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu hoher bzw. niedriger Blutdruck sowie eine Diabeteserkrankung müssen vor der Operation medikamentös gut eingestellt werden.

  • Entzündungen, Infektionen, bestimmte Bakterien (Nachweis durch Nasenabstrich, wird am Tag der Planung der OP abgenommen) oder Verletzungen im OP-Gebiet müssen vor der Implantation des neuen Gelenks behandelt und vollständig abgeheilt sein.

    Sollten Sie regelmäßige Medikamente insbesondere Schmerz-, Schlaf-, Beruhigungsmittel oder gerinnungshemmende Präparate einnehmen, sprechen Sie im Vorfeld bereits mit Ihrem Hausarzt. 

    Zu Ihrem ersten Untersuchungstermin bringen Sie bitte alle Medikamente bzw. eine Übersicht dieser, die Sie in den letzten 4 Wochen eingenommen haben mit. 

    Sollte bei Ihnen eine Allergie gegen bestimmte Stoffe und Materialen bestehen, teilen Sie uns dies bitte bei Ihrer ersten Vorstellung mit. Besonders bei allergischen Reaktionen auf Nickel oder Chrom ist es wichtig für uns vorab informiert zu sein, da wir dies bei der Planung der Endoprothese berücksichtigen. 

    Auch Allergien gegen Antibiotika, Penicillin, Jod oder Pflaster sollten Sie uns mitteilen. 

    Zuhause können Sie auch vorab einige Vorbereitungen für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt treffen. Räumen Sie Dinge die Sie oft benutzen auf eine Höhe zwischen Taille und Schulter, in den ersten Wochen werden Sie in der Bewegung noch eingeschränkt sein (Bücken, Strecken über Kopf). Im Badzimmer sind Haltegriffe an Badewanne bzw. Dusche eine Erleichterung und bieten Ihnen ein sicheres Gefühl 

In der Klinik

Am geplanten Aufnahmetag melden Sie sich bitte zum vereinbarten Zeitpunkt in der stationären Aufnahme an und begeben sich auf Station. 

Die Aufklärung über die OP, Untersuchungen wie EKG, Röntgen und Labor erfolgen bereits im Vorfeld ambulant.

Die Aufklärung und Beratung über die möglichen Narkosearten erfolgt ebenfalls bei der Vorstellung zur Prämedikation durch die Anästhesie.

Die Operation

  • Die Einzelheit zum Operationsverlauf bzw. die Vorgehensweise ist von Patient zu Patient unterschiedlich. 

    Bei der Prämedikation bespricht ein Arzt alles, in Ihrem Fall relevante, zur Operation und klärt Sie gezielt auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt auf.

    Am Operationstag müssen sie nüchtern bleiben. Es erfolgt die Rasur des Operationsgebietes mit einem Spezialrasierer. Die Rasur sollte erst kurz vor der Operation und keinesfalls zu Hause durch Sie selbst erfolgen. Bei einer Rasur können Mikroverletzungen der Haut entstehen, in denen sich Bakterien schnell vermehren und dann zu Wund- und Protheseninfekten führen können. 

    Nach dem Transport in den Operationssaal, wird vor Operationsbeginn ein Schmerzkatheter angelegt oder eine einmalige Nervenblockade am betroffenen Bein durchgeführt. Dies dient zur Verminderung des Narkotikabedarfs und zur postoperativen Schmerztherapie. 

  • Unmittelbar vor Beginn jeder Operation erfolgt ein "Team timeout", wo noch einmal die Identität des Patienten, geplante Operation und Risikofaktoren rekapituliert werden. 

    Anschließend erfolgt die Operation, am Hüftgelenk wird in der Regel kein, am Kniegelenk ein Drainagenschlauch eingelegt.

    Die Operationen werden in speziellen Operationssälen, mit weichteilschonender und blutsparender Operationstechnik unter Antibiotikaschutz durchgeführt. 

    Anschließend wird der Patient im sogenannten Aufwachraum überwacht und je nach Schwere der Begleiterkrankungen auf die Normalstation, Wachstation oder Intensivstation verlegt.